Beeindruckende Führung zur Protonentherapie am PSI (Bericht von Laura, 11.5 Jahre)
Ich hatte vor etwa 10 Jahren Krebs und wurde unter anderem am PSI (Paul Scherrer Institut) mit Protonen bestrahlt, was mir das Leben rettete. Schon immer wollte ich dasPSI besuchen, weil ich mich jetzt nicht mehr an die schwere Zeit erinnern kann, die ich dort verbracht hatte. Meine Mutter hat es eingerichtet, dass mehrere Familien mit betroffenen Kindern mit der Kinderkrebshilfe Elterngruppe Ostschweiz mal das PSI
besuchen können. Als der grosse Tag dann kam und wir in Villigen vor dem PSI standen, war ich sehr aufgeregt und neugierig darauf, was mich drinnen erwarten wird. Wir hatten eine professionelle Führung von Herr Grossmann, welcher sich ebenfalls freute, ehemalige Patienten zu sehen. Zuerst erzählte er in einem interessanten Vortrag mit Bildern, was das PSI alles so macht und wie die Therapie mit Protonen funktioniert.
Dabei haben wir ganz viel gelernt, zum Beispiel, dass die Protonen aus Wasserstoff gewonnen, wie sie beschleunigt und durch Magnetismus gelenkt werden. Wusstet ihr, dass die Protonenstrahlen mit dem Tempo wie 4 mal um die Erde pro Sekunde in das Körperteil hinein geschossen kommen? Ein Gramm Wasserstoff reicht, um 3000 Jahre lang zu bestrahlen! Dadurch, dass die Protonen punktgenau gestoppt werden können und danach keine Strahlen mehr weiter in den Körper gelangen, richtet diese Therapie weniger Schaden an gesundem Gewebe an als die herkömmliche Photonenbestrahlung.
Nach dem aufschlussreichen Vortrag durften wir das Bestrahlungsgerät und die Patientenräume anschauen. Wir konnten sogar unter den Bestrahlungsraum, um die Technik dahinter anzuschauen. Die Magnete, die die Protonen bündeln und lenken sind sehr gross, das hat mich sehr beeindruckt. Es gibt einen Raum, in welchem Kinder für die Behandlung narkotisiert werden, da sie sich auf keinen Fall dabei bewegen dürfen.
Auch sahen wir den Aufwachraum, ein Wartezimmer für Erwachsene und ein separates Wartezimmer für die Kinder mit Spielzeug. Es war sehr spannend. Ich habe mich an nichts mehr erinnert, nur das Fotobuch über die Therapiezeit hatte ich im Kopf. Als die Führung vorbei war, bekamen wir Kinder noch einen Plüschtiger, der «Pro Toni Tiger» heisst. Darüber haben wir uns auch sehr gefreut. Die teilnehmenden Familien gingen danach noch gemeinsam in ein Restaurant in der Nähe essen. Der Tag war ein Highlight für mich. Danke der Kinderkrebshilfe und allen Spendern, welche uns dies ermöglicht haben und auch danke auch meiner Mutter, die den Ausflug ins PSI organisiert hat.
Laura, 11.5 Jahre


